ESSO: Suche nach seltenen Rohstoffen im Landkreis Gotha

Symbolbild/ Bildnachweis: iStock.com/ 6381380

Probebohrungen in weiten Teilen des Landkreises möglich

Auf der Suche nach seltenen Rohstoffen hat die ESSO GmbH Deutschland auch den Landkreis Gotha im Blick. Seit Herbst des vergangenen Jahres nehmen Abbaupläne bei einem möglichen Auffinden dieser Rohstoffe nun auch für die Region des Thüringer Beckens Gestalt an. Konkret hat ESSO eine Genehmigung zum Aufspüren von Lithium, Mangan und Zink beim Freistaat gestellt und diese mittlerweile auch erteilt bekommen. 

Gothas Landtagsabgeordneter Matthias Hey liegen nun konkrete Informationen vor, die ihm die Landesregierung aufgrund einer parlamentarischen Anfrage zur Verfügung stellte. Nach diesen Informationen hat ESSO das Recht, in Gotha, Waltershausen und Ohrdruf sowie in den Gemeinden Drei Gleichen, Georgenthal, Hörsel, Nessetal und Nesse-Apfelstädt, Dachwig, Döllstadt, Gierstädt, Großfahner, Tonna, Bienstädt, Eschenbergen, Molschleben, Nottleben, Pferdingsleben, Tröchtelborn, Tüttleben und Zimmernsupra nach den seltenen Rohstoffen zu suchen.

„Mit einem kurzen Blick auf die Karte zeigt sich schon: Das ist ein Großteil des gesamten Landkreisgebiets“, stellt Hey fest. Auf dem Gebiet der genannten Gemeinden befinden sich unterirdische Schiefergesteinsformationen, die für Mineralölkonzerne in den letzten Jahren auf der Suche nach Mangan, Zink und Lithium ins Visier gerückt sind. Deshalb und aufgrund einzelner Medienberichte gab es an den Landespolitiker in den letzten Wochen auch immer wieder besorgte Bürgeranfragen. 

Hey schildert die möglichen weiteren Schritte: „Spannend wird es, falls ESSO gute Chancen zur Ausbeutung der Rohstoffe sieht, Probebohrungen beantragt und dann auch fündig wird“, so Hey. Weltweit wird nämlich bei Gewinnung dieser Rohstoffe das sogenannte Fracking-Verfahren angewandt. Dabei wird mit Hochdruck ein Gemisch aus Wasser, Sand und hochaggressiven Chemikalien in die Erde gepresst, um Gesteinsschichten aufzubrechen und die Rohstoffe auszuspülen. Fracking gilt als äußerst umweltschädlich und kann erhebliche Auswirkungen auf tektonische Strukturen und die Qualität des Grundwassers haben.

Die Landesregierung kann gegenüber Hey derzeit nicht verlässlich ausschließen, ob bei einem Auffinden seltener Rohstoffe im Landkreis Gotha das umstrittene Fracking-Verfahren zur Anwendung käme, „bis zum Abbau fehlen ja auch noch Genehmigungen, aber aus meinen vielen Erfahrungen, die ich leider beim Sandsteinabbau am Seeberg machen musste, empfiehlt es sich, bereits jetzt mit großer Aufmerksamkeit sehr wachsam zu sein“, so Hey. 

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