Einsatzgeschehen der Feuerwehr Gotha für 2025 ausgewertet
Kameradinnen und Kameraden waren 6.630 Stunden im Einsatz
Im Jahr 2025 kamen die Gothaer Feuerwehren im Stadtgebiet 1059 mal zum Einsatz. Das waren im Vergleich zum Jahr 2024 insgesamt 39 Einsätze mehr. Hinzu kommen noch 42 weitere Alarmierungen, bei denen die Feuerwehr Gotha zu den sogenannten überörtlichen Einsätzen als Stützpunktfeuerwehr ausrückte und welche in der Anzahl für das Stadtgebiet nicht erfasst werden. Dies bedeutet, dass die Stützpunktfeuerwehr Gotha durchschnittlich rund viermal im Monat in anderen Gemeinden des Stützpunktfeuerwehrbereiches mit zum Einsatz kam. Im Jahr 2024 waren es 27 überörtliche Einsätze.
Brandgeschehen
Insgesamt gab es 166 Brände, was eine Erhöhung von 21 Brandeinsätzen im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Von diesen sind 148 in die Kategorie Kleinbrände (mit nur einem Strahlrohr bekämpft) einzuordnen. Weiterhin löschte die Feuerwehr 16 Mittelbrände und zwei Großbrände. Bei den Großbränden handelte es sich um einen Dachstuhlbrand in einem leerstehenden Gebäude in der Steinstraße in Gotha am 3. Juli und um einen Gebäudevollbrand am 8. August in der Erfurter Landstraße in Gotha, infolgedessen das Gebäude aufgrund der sich aus dem Brand ergebenden Einsturzgefahr abgerissen werden musste. Insgesamt fanden 51 Brände in Gebäuden statt.
Infolge der Brandeinsätze mussten 6 Personen über den baulichen Rettungsweg (Treppenraum) und 517 Personen über in der Statistik sogenanntes „Sonstiges“ gerettet und zum Teil mit Verletzungen rettungsdienstlich versorgt werden. Die hohe Anzahl der Geretteten über „Sonstiges“ kam durch einen Toilettenbrand in einem ICE-Zug im Bereich des
Gothaer Hauptbahnhofes zustande. 2024 wurden 34 Personen über Treppenräume gerettet. Bedauerlicherweise kam für eine Person infolge eines Wohnungsbrandes jede Hilfe zu spät. Weiterhin wurden zwei Feuerwehrangehörige in Ausübung ihrer Tätigkeiten bei den Brandeinsätzen verletzt, glücklicherweise jedoch ohne Spätfolgen.
In den anderen Kategorien waren dementsprechend 115 Einsätze zu verzeichnen, davon allein 23 Papiercontainer- und beispielweise noch 14 Fahrzeug- sowie 28 Vegetationsbrände (Gras, Hecken, Wald, Bäume).
Zu den 166 realen Bränden kommen noch einmal 144 Fehlalarme in den Kategorien „blinder Alarm“ (64), „böswilliger Alarm“ (3), „Fehlalarmierung durch automatische Brandmeldeanlage“ (64) und „sonstiger Grund“ (13). 2024 waren es insgesamt 145 Fehlalarme. Bei den sogenannten böswilligen Alarmierungen handelte es sich um das vorsätzliche Auslösen eines Alarmgebers und eine missbräuchliche Verwendung des Notrufes 112. Diese Fehleinsätze werden auch bei der Polizei zur Anzeige gebracht und können dem Verursacher je nach Aufwand der Feuerwehr teuer zu stehen kommen.
Technische Hilfeleistungen
Im Bereich der technischen Hilfeleistung rückte die Feuerwehr Gotha zu 722 Einsätzen aus. Dies sind 17 Einsätze weniger als im vorherigen Jahr. Hinzu kommen noch 27 Fehlalarmierungen in den Kategorien „blinder Alarm“ (25), „böswilliger Alarm“ (1) und „sonstiger Grund“ (1).
Der Bereich Tierrettung/-bergung nimmt mit insgesamt 184 Einsätzen wieder einen nicht unwesentlichen Teil der Hilfeleistungen ein. Der Bereich Türöffnung mit akuter Gefahr, wenn sich Menschen in Notlagen befinden, ist im Vergleich zum Vorjahr um 14 Einsätze auf 163 Einsätze rückläufig. Die Anzahl der Personen, die im Bereich der technischen Hilfe von der Feuerwehr gerettet wurden, lag 2025 bei 108. Davon mussten 85 Personen über das Treppenhaus, 10 Personen über die Drehleiter, 4 Personen über tragbare Leitern und 9 Personen über sonstige Rettungsgeräte, beispielsweise mittels hydraulischen Rettungsgeräts, gerettet werden. Im Jahr 2024 waren es 117 gerettete Personen.
Insgesamt waren im Bereich der Technischen Hilfeleistung 190 verletzte, bzw. betroffene Personen zu verzeichnen, was einen Anstieg um 4 Personen im Vergleich zu 2024 bedeutet.
Bedauerlicherweise musste die Feuerwehr Gotha im Jahr 2025 auch 34 tote Personen im Aufgabengebiet der Technischen Hilfeleistung bergen, im Vorjahr waren es 16 Todesfälle.
Auch bei den Einsätzen in der Technischen Hilfeleistung wurde im Jahr 2025 leider eine Einsatzkraft der Feuerwehr in Ausübung des Einsatzdienstes verletzt, auch hier jedoch glücklicherweise ohne Spätfolgen.
Allgemein
Insgesamt waren die Kameradinnen und Kameraden der Gothaer Feuerwehren rund 6.630 Stunden im Einsatz. Im Jahr 2024 waren es 4662 Stunden. Dieser große Unterschied ist u.a. in den Großbränden, welche sich im Jahr 2025 ereigneten, sowie in der Absicherung des Thüringentages in der Stadt Gotha begründet.
Zudem wurden 132 Brandsicherheitswachen bei Veranstaltungen geleistet. Im Rahmen des Vorbeugenden Brandschutzes wurden 41 Stellungnahmen zu Bauanträgen abgegeben.
Insgesamt entstand bei allen Einsätzen, bei denen die Gothaer Feuerwehren Hilfe leisteten, ein geschätzter finanzieller Schaden in Höhe von rund 1,78 Millionen Euro. Im Jahr 2024 lag dieser Wert bei 1,82 Millionen Euro.
Die Zahl der aktiven Angehörigen der Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren lag mit Stichtag vom 31.12.2025 bei 128, was im Vergleich zum Vorjahr erfreulicherweise wieder einen Zuwachs um 2 Kameradinnen und Kameraden bedeutet.
Die Jugendfeuerwehr Gotha hatte zum Jahresende 2025 insgesamt 64 Mitglieder, 14 Mädchen und 50 Jungen im Alter von 6 bis 18 Jahren. Dies sind im Vergleich zum Vorjahr sieben Mitglieder weniger, wobei insgesamt sechs Jugendfeuerwehrmitglieder in die Einsatzabteilung übernommen werden konnten.
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