Gotha: Ordnungsdienst stellt Müllsünder auf frischer Tat
Aus dem Autofenster direkt vor den Container
Verstärkte Kontrollen gegen illegale Abfallablagerungen – neun Ordnungswidrigkeitenanzeigen an einem bekannten Schwerpunkt
Müllsäcke, Gartenabfälle, ein Bierfass, ein Schaukelpferd und sogar Teile eines Stehtisches: Bei einer gezielten Kontrollaktion hat der Städtische Ordnungsdienst des Bürgeramtes zahlreiche Verstöße an einem besonders belasteten Containerstandplatz festgestellt. Die Kontrollen sind Teil der städtischen Aktivitäten für ein „Sauberes Gotha“, die Oberbürgermeister Knut Kreuch besonders wichtig sind.
Im Mittelpunkt der Sonderkontrollen stand der Containerstandplatz Am Ostbahnhof/Kindleber Straße. Der Standort ist dem Bürgeramt bereits seit längerer Zeit als Schwerpunkt für illegale Müll-, Hausrat- und Unratablagerungen bekannt. Trotz regelmäßiger Beräumungen wird das Umfeld der Container immer wieder innerhalb kurzer Zeit erheblich und vor allem illegal verschmutzt.
Um die Verursacher unmittelbar feststellen zu können, kontrollierten Vollzugsbedienstete des Städtischen Ordnungsdienstes den Standort deshalb zeitweise in ziviler Kleidung und zu unterschiedlichen, teilweise untypischen Einsatzzeiten. Die Beobachtungen zeigten, wie selbstverständlich manche Personen öffentliche Containerstandplätze zur Entsorgung ihres privaten Mülls nutzen.
In einem besonders dreisten Fall fuhr ein Fahrzeug unmittelbar an den Containerstandplatz heran. Durch das geöffnete Fahrzeugfenster wurde ein Müllbeutel auf die Fläche geworfen. Der Vorgang dauerte nur wenige Sekunden. Das Fahrzeug entfernte sich so schnell, dass die Personalien nicht mehr festgestellt und kein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet werden konnten.
Auch die Erklärungen ertappter Personen waren teilweise bemerkenswert. So warf ein älterer Mann die Platte eines Stehtisches in einen Papiercontainer. Gegenüber dem Ordnungsdienst erklärte er, er habe angenommen, die Tischplatte bestehe aus Hartpappe. Das metallene Unterteil des Stehtisches hielt er währenddessen noch in den Händen. Im Kofferraum seines Fahrzeuges befanden sich weitere Abfälle, die er nach eigener Aussage anschließend zum Wertstoffhof bringen wollte.
Bei einem weiteren Einsatz wurden zwei blaue Säcke mit Baustellenabfällen abgeladen. Nach der unmittelbaren Ansprache durch den Ordnungsdienst musste die betreffende Person die Säcke wieder in ihr Fahrzeug einladen.
In anderen Fällen wurden unter anderem Haus- und Restmüll, Malerabfälle, Gartenabfälle und Erde, Altkleider, Kunststoffverpackungen, ein Bierfass, ein Spielzeughocker, ein Korb mit gemischten Abfällen sowie ein Schaukelpferd neben oder in ungeeigneten Containern entsorgt.
Insgesamt dokumentierte der Städtische Ordnungsdienst zwischen dem 21. Mai und dem 12. Juni 2026 15 Kontrollvorgänge an dem Standort. In neun Fällen wurde eine Ordnungswidrigkeitenanzeige erstattet. Weitere Ablagerungen konnten durch die direkte Ansprache verhindert oder wieder beseitigt werden. Außerdem wurden mündliche Verwarnungen ausgesprochen.
Oberbürgermeister Knut Kreuch ist sich sicher: „Die große Mehrheit der Gothaerinnen und Gothaer entsorgt ihre Abfälle ordnungsgemäß. Einige wenige handeln jedoch rücksichtslos und überlassen die Folgen der Allgemeinheit. Wer Müll neben Containern, auf Gehwegen oder öffentlichen Flächen ablädt, verschandelt nicht nur das Stadtbild, sondern verursacht zusätzliche Arbeit und Kosten. Deshalb werden wir bekannte Schwerpunkte weiterhin gezielt und auch zu wechselnden Zeiten kontrollieren.“
Die Kontrollergebnisse verdeutlichen zugleich, dass illegale Müllablagerungen nicht ausschließlich aus Unwissenheit entstehen. In mehreren Fällen wurden Abfälle bewusst an einem Standort zurückgelassen, obwohl für diese Abfallarten reguläre Entsorgungsmöglichkeiten bestehen.
Die Stadt Gotha appelliert deshalb an alle Bürgerinnen und Bürger, Container ausschließlich entsprechend ihrer Kennzeichnung zu nutzen. Sperrmüll, Baustellenabfälle, Gartenabfälle, Hausrat und sonstiger Restmüll gehören weder neben die Container noch in die dort aufgestellten Wertstoffbehälter. Für diese Abfälle stehen die regulären Entsorgungsangebote und Wertstoffhöfe zur Verfügung.
Der Städtische Ordnungsdienst wird bekannte Belastungsschwerpunkte weiterhin beobachten und unangekündigte Kontrollen durchführen. Festgestellte Verstöße werden konsequent verfolgt.
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Ein weiterer „Brennpunkt“ befindet sich an der Kreuzung Ifflandstraße/ Fahnenstraße. Dort fühlen sich die Ratten bereits wohl… Im Vorbeifahren und Vorbeilaufen landet dort auch deren Nahrung neben allem, was manche Mitbürger in ihrem Zuhause als nicht mehr notwendig erachten. Aus den Augen, aus dem Sinn? Verursacher sind zum Teil bekannt, könnten auf Nachfrage benannt werden bzw. wurden es bereits. Dieser Schandfleck ist Gothas unwürdig und ein riesiges Ärgernis, von dieser Kreuzung gelangen viele Bürger zum historischen Stadtbad. Warum ist es für viele Gewohnheit geworden, alles einfach fallen zu lassen? Erziehungssache? Dann hat sie für jene versagt oder einfach nicht stattgefunden…